Für einen kippenfreien Landkreis Stade

Anti-Kippen-Kampagne startet noch im August

Die Landkreis-Abfallberaterinnen Gaby Mahr (links) und Sabine Kiehl mit einem Taschenaschenbecher. Foto: Landkreis Stade / Florian Obst

Jährlich werden weltweit schätzungsweise 4,5 Billionen Zigarettenkippen in die Umwelt geworfen. Am Ende landen sie in Böden oder werden durch Wind und Regen in Flüsse oder Meere getragen. Damit schaden sie der Flora und Fauna empfindlich. Hierzu kommt ein enormer zeitlicher, personeller und technischer Aufwand für die Reinigung der öffentlichen Flächen. Am Ende zahlen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler diese Kosten.

Deshalb möchten der Landkreis Stade, die Samtgemeinden, Gemeinden und Hansestädte mit ihren kommunalen Betrieben dieser Umweltverschmutzung ein Ende setzen. In der zweiten August-Hälfte startet die landkreisweite Anti-Kippen-Kampagne mit dem Ziel, dass die Umwelt im Landkreis Stade kippenfrei wird. „Jede Zigarette soll am Ende als Kippe umweltgerecht entsorgt werden. Die Kampagne soll die Menschen im Landkreis Stade dafür sensibilisieren“, erklärt Abfallberaterin Sabine Kiehl vom Landkreis Stade. „Keinesfalls soll sie sich pauschal gegen Raucherinnen und Raucher richten.“

Viele nutzen bereits den nächsten Ascher oder eine Taschenaschenbecher, aber es geht noch besser, wissen die Abfallberaterinnen des Landkreises Stade, die die Kampagne initiiert haben und koordinieren. „Häufig ist es den Menschen auch gar nicht bewusst, dass Zigarettenfilter aus einem Kunststoff, dem Celluloseacetat, bestehen“, sagt Kiehl. Damit verrottet eine Filterzigarette nicht, sondern trägt Mikroplastik in die Natur ein. Nach 15 Jahren hat sie sich zersetzt und zahlreiche Schadstoffe eingetragen, wie z. B. Nikotin oder Schwermetalle wie Arsen, Blei, Cadmium oder Chrom. Damit kann nur eine Kippe bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Zudem sind umherliegende Kippen eine Gefahr für Kleinkinder und Tiere.

Die Kampagne wird in mehreren Etappen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten, verschiedenen Aktionen und vielen Informationen voraussichtlich bis Oktober laufen. Sie hat Vorbildcharakter, weil sie die Problematik nicht nur punktuell aufgreift, sondern landkreisweit. Davon konnten auch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Sparkasse Stade Altes Land und die Kreissparkasse Stade überzeugt werden, denn sie unterstützen die großangelegte Kampagne finanziell.